Das Finkenmoor mitten im Wernerwald

Benannt nach dem Sahlenburger Familiennamen Finck gilt das Finkenmoor von alters her als Besonderheit und Orientierungspunkt an der hiesigen Küste. Aus einem Gewässer entwickelte sich hier im Verlauf des natürlichen, über Jahrtausende andauernden Verlandungsprozesses durch wachsende Ablagerungen ein Moor. Doch auch der Mensch hat das Finkenmoor verändert.

So wurde z.B. Anfang des 20.Jahrhunderts der westliche Dünenriegel durchbrochen, um das Moor zu entwässern und Wald anzupflanzen. Doch schon zu dieser Zeit erkannte man den Naturschutzwert dieses landschaftlichen Kleinods. Deshalb wurde der Abfluss wieder verschlossen und das Finkenmoor im Jahre 1938 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Auch in der Folgezeit führten wechselnde Wasserstände dazu, dass die moorige Senke mal den Charakter eines Moores, mal den eines Gewässers annahm.

Heute lässt der vergleichsweise hohe Wasserstand das malerische Bild eines Süßwasserweihers entstehen, umsäumt von Verlandungsbereichen mit Seggen- und Schilfröhricht, wobei das moorbraune Wasser von der Gewässergeschichte zeugt.

Die im Sommer üppigen Seerosenbestände deuten auf geringe Tiefe und hohen Nährstoffgehalt hin. Östlich des Weihers schließt sich ein schmaler Streifen Moorvegetation an, die in Weidengebüsche und Kiefernwald übergeht. Das Finkenmoor bietet Lebensraum für zahlreiche typische, z.T. auch gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Wegen seiner Lage im direkten Einflussbereich der Nordsee ist das Finkenmoor heute Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.

Der Wernerwald entsteht

Vor über 120 Jahren wurde in Cuxhaven-Sahlenburg ein bis heute einzigartiger Küstenwald begründet. Der 315 ha große Wernerwald - benannt nach seinem Begründer, dem Hamburger Amtsverwalter Dr. A. Werner - ist der einzige Wald an der deutschen Nordseeküste im direkten Übergang zum Wattenmeer. Auf Anraten Werners wurde nach Aufteilung der Sahlenburger Gemeinheitsfläche (Allmende) im Jahre 1880 mit der Aufforstung der an Hamburg gefallenen Heide- und Flugsandflächen begonnen.

Der waldfeindliche, ausgelaugte Heideboden und der kräftige, salzhaltige Seewind erschwerten dieses "forstliche Großprojekt". Nur wenige Nadelbaumarten, unter ihnen insbesondere die Schwarzkiefer (Pinus nigra), konnten die extremen Bedingungen ertragen.

Bodenentwicklung und das stabile Waldklima ermöglichen heute, dass auch anspruchsvollere Laubbäume hier gedeihen, und so ist trotz einiger Rückschläge in den Anfangsjahren in über 120 Jahren ein Wald entstanden, der die vielfältige Cuxhavener Küstenlandschaft außerordentlich bereichert. Seit 1938 steht der Wernerwald unter Landschaftsschutz und ist heute Eigentum des Landes Niedersachsen.