Sahlenburg stellt sich vor

Die Entstehungsgeschichte Sahlenburgs

Geschichte ist wie ein fließender Strom. Wer sich ein Bild über die Vergangenheit einer Stadt oder eines Dorfes machen möchte, ist angewiesen auf Quellen verschiedenster Art, die ihm Antwort auf seine Fragen geben können. Er muß auf schriftliche und gegenständliche Zeugnisse zurückgreifen. Die Geschichte der Gegend um das heutige Sahlenburg reicht sehr weit zurück. So fand man z.B. bei Ausgrabungen im Sahlenburger Pennworthmoor Reste von Feuersteinwerkzeugen eiszeitlicher Rentierjäger (18 000 v. Chr.). Auch von späteren Epochen finden sich zahlreiche Überreste. Als Burg der Herren von Lappe findet Sahlenburg im Jahre 1325 seine erste urkundliche Erwähnung.

Für den Ortsnamen Sahlenburg gibt es allerdings bis heute keine eindeutige Erklärung. Der Cuxhavener heimatforscher Karl Waller deutete den Namen als >> Seeburg<<. Eine andere Erklärung leitet den Namen von Sale-burg her. Sale war im Mittelalter die Bezeichnung für einen Fronhof bzw. den Herrschaftshof eines Adligen (Grundherren). Sahlenburg war bestimmt schon vor 1300 Sitz des Adelsgeschlechts von Lappe. Zum Herrschaftsbereich dieser Adelsfamilie gehörten die Dörfer Sahlenburg, Duhnen, Steinmarne, Westerdöse, Osterdöse, Westerwisch, Süderwisch, Stickenbütel und Ritzebüttel mit Hardewiek. Sahleburg soll, weil dort der Wohnsitz der Grundherren lag, das bedeutendste Dorf im Herrschaftsbereich der Ritter von Lappe gewesen sein und 20 Meierhöfe umfasst haben.

Die Burg

Von der wahrscheinlich hölzernen Burg der Herren von Lappe ist heute allerdings nichts mehr erhalten. Die Burg stand angeblich auf dem späteren von Elmschen Grundstück. Anfang des 14. Jahrhunderts verlegten die Ritter von Lappe ihren Wohnsitz in eine >>Steinburg<< nach Ritzebüttel. Diese neue Steinburg war der Vorläufer des heutigen Ritzebütteler Schlosses. Die Ritter von Lappe beherrschten das Gebiet der heutigen Stadt Cuxhaven bis zum Jahre 1394. Als Folge einer Niederlage in einer Fehde mit der übermächtigen Hansestadt Hamburg mussten sie ihr gesamtes Gebiet mit allen damit verbundenen Rechten an die Hamburger abtreten. Ein Amtmann der Hansestadt verwaltete Schloß Ritzebüttel aus dem ehemaligen Herrschaftsbereich, der nun Amt Ritzebüttel genannt wurde. Für die Einwohner des damaligen Sahlenburgs brachte der Herrschaftswechsel keine Veränderungen.

Abgaben mussten sie nach wie vor entrichten – allerdings jetzt nicht mehr an die Ritter von Lappe, sondern an den Repräsentanten der Hansestadt Hamburg, den Amtmann auf Schloß Ritzebüttel.

Das Leben der Sahlenburger

Das Leben für die Sahlenburger Bauern war hart. Der Geestboden brachte nur magere Erträge; und die Abgaben die Hand- und Spanndienste im Rahmen der Grundherrschaft belasteten die Dorfbewohner schwer. So hatte ndie Sahlenburger u. a. die Gräben und Wälle des Schlosses Ritzebütte sauberzuhalten sowie Feldarbeiten für den Grundherren zu verrichten.

Während es den Bauern in Süddeutschland gelang, im Zuge der Französischen Revolution sich von den drückenden Verpflichtungen der Grundherrschaft zu befreien, kam für die Bauern hier erst nach der 1848er Revolution eine grundlegende Veränderung. 1849 hoben der Senat und die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg endlich alle grundherrschaftlichen Abgaben- und Leistungsverpflichtungen auf. Die Bauern in Sahlenburg wurden jetzt Eigentümer der Hofstätten, die sie jahrhundertelang für ihre Grundherren hatten bewirtschaften müssen.

Land Hadeln

Im Vollzug einer Verwaltungsreform wurde die Gemeinde Sahlenburg 1937 dem Kreis Land Hadeln zugeordnet. Seit dem 1. Juni 1970 gehört Sahlenburg zur Stadt Cuxhaven und ist bestimmt einer der schönsten Stadteile Cuxhavens. Bis heute konnte sich der Ort eine gewisse Eigenständigkeit bewahren, die sich in einer Dorfgemeinschaft mit aktivem Vereinsleben zeigt. Die Entwicklung zu einem wichtigen Kurteil des Nordseeheilbades Cuxhaven hat sich in den letzten 60 Jahren vollzogen.

1930 gründete der damalige Gemeindevorsitzende v. Elm den Sahlenburger Fremdenverkehrsverein. 30 Gästebetten und einige hundert Übernachtungen pro Jahr zählte man zu dieser Zeit. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Entwicklung zum Fremdenverkehrsort unterbrochnen. Nach dem kriege wurde auf Initiative des Bäckermeisters Oswald Itjen ein >>neuer<< Fremdenverkehrsverein gegründet. Durch die besonders günstigen landschaftlichen und klimatischen Voraussetzungen entwickelte sich Sahlenburg in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem gerne besuchten Erholungsort.

Der Slogan >>Sahlenburg, das Waldbad an der Nordseeküste<< wurde überall schnell bekannt. Besonders als Urlaubs- und Kurort für Familien und Freunde des Campings erreichte Sahlenburg bald Übernachtungszahlen, die heute mehr als ein Viertel der Gesamtübernachtungszahlen des Nordseeheilbades Cuxhaven ausmachen.